Anmerkung: Ich habe hier die wichtigsten Stationen meines eSport-Werdegangs aufgeschrieben, da die komplette Geschichte den Rahmen sprengen würde. Es fehlen die Bereiche “Neverwinter Nights”, “Black Hawk Down” und “America’s Army” im Detail.
In jungen Jahren bereits erhielt ich meinen ersten Computer – ein Pentium II mit ganzen 400 MHz (1996). Damit sollte alles beginnen. Nur kurze Zeit darauf, als ich mit dem Computer vertraut war und damit umgehen konnte, meldete ich mich bei GameSpy an. Das Portal GameSpy bot damals bereits kleinere Tuniere mit Preisen für die unterschiedlichsten Spiele an. Darunter waren Titel wie “Age of Empires“, “Star Wars: Galactic Battlegrounds” und viele weitere.
Ich stieg mit dem Titel “Age of Empires” ein und kämpfte viele Nächte gegen andere Spieler in der GameSpy-Lobby – ein integriertes Chatsystem um Gegner zu finden und direkt zu fordern. Mein damaliges 56k Modem war dauerhaft ausgelastet und die Rechnungen stiegen in die Höhe. Trotzdem hinderte mich niemand daran meinen Spieltrieb fortzuführen. Nach vielen Monaten gab es nurnoch eine Hand voll Gegner die mir das Wasser reichen konnten. Bereits bei “Star Wars: Galactic Battlegrounds” (eine AoE-Kopie mit Einheiten aus Star Wars) erreichte ich die Spitze. Viele Spiele folgten und die Motivation war ungebrochen. Das bis dahin erschienene Half-Life habe ich nicht gespielt und somit kam ich auch erst sehr spät in den Genuss von Counter-Strike.
Erst viele Jahre später, zwischen 2001 und 2002, verlor ich jegliche Lust an Strategiespielen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich die Hälfte meiner Zeit in Rollenspiele und Ego-Shooter investiert. Titel wie “Neverwinter Nights“, “Counter-Strike“, “Black Hawk Down” und “America’s Army” standen auf dem Tagesplan. Hier betrat ich die ersten Teams und Vereine. Das Zusammenspiel mit anderen Kollegen machte auch durchweg mehr Spaß. Der einsame Wolf war nicht mehr mein Spielstil – ab jetzt zählte nur noch Teamwork! Der 08.10.2004 sollte den ersten Hinweis geben wo es hingehen soll. Ich trat der mittlerweile etabilierten Electronic Sports League bei.
In der Electronic Sports League versuchte ich mich zuerst an Spielen wie “Need for Speed: Underground 2“, “America’s Army: Objects 1on1” und “Battlefield 2“. Das “Battlefield 2” für mich eines der wichtigsten Spiele überhaupt werden würde, dass konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausmalen. Erst nach der Demo-Version wagte ich den vollständigen Umstieg auf “Battlefield 2“.
Ich spielte zuerst in weniger bekannten Teams, was jedoch ihre Spielstärke nicht mindert. Viele taktische Feinheiten und Teamgeist konnte ich von Teams wie “o.Gaming Entertainment GBR” und “Keyboard.TactiX” lernen. Das inoffizielle “Karriere-Sprungbrett” war derzeit “Bioxar” und wie es das Schicksal wollte, kam ich dort nach kurzer Zeit auch unter. Das Team von “Bioxar” hatte über 16 Spielern eingeladen, von denen nur eine Hand voll genommen wurde. Ich hatte das Glück und wurde als starker Infantery-Spieler mit in das Team aufgenommen.
Der Erfolgsdruck im Team war stehts sehr hoch und daher waren viele Trainingseinheiten an der Tagesordnung. Trotz großem Erfolg hatte sich dieses Team jedoch nach einiger Zeit intern verstritten und es kam zu einer Fusion zwischen “Bioxar” und “pod – virtual gaming“. Nur eine Hälfte durfte diesem neuen Team beitreten. Ich für meinen Teil durfte es nicht. Ich ging kurz darauf einen Spielervertrag mit “wooSai e.V.” ein und trainierte direkt weiter um an meiner Leistung zu feilen. Trotz meiner guten Leistung als Infanterist, wurde ich nur kurze Zeit darauf zum aktiven Commander und steuerte das Spielgeschehen entscheidend mit. Als einer von wenigen Spielern war ich in der Lage den Überblick über die komplette Map zu behalten, meine Teamkameraden zu unterschützen, den Feind mit präzisen Artellerieangriffen einzuheizen und aktiv als Infanterist mitzuspielen. Wir spielten in der ESL Amateur Series und erreichten dort den 4. Platz. Ähnlich wie in der Fußball-Bundesliga konnten wir uns durch die Relegation für die ESL Pro Series qualifizieren.
Als professioneller Battlefield-Spieler stiegt der Leistungsdruck natürlich nochmal deutlich an. Man musste seine Taktiken und Leistungen den ständig neu erscheindenen Patches immer wieder anpassen und trotzdem das Maximum aus sich herausholen. Das hört sich in erster Linie nicht sonderlich schwierig an, jedoch muss man bedenken, dass man diese Leistung in über 72 Stunden wöchentlich auch halten musste. Hinzu kommt, dass wir mehrmals den Verein als geschlossenes Team gewechselt haben und daher auch ständig organisatorische Veränderungen hatten. Trotzdem kann ich mich nicht beklagen, denn ich spielte eine sehr gute Season in der ESL Pro Series VIII und IX, drei vorbildliche Seasons in der ESL Amateuer Series und den ein oder anderen guten Cup mit. Natürlich kann ich noch einen draufsetzen, denn ich war der Team Captain für das Bundesland Baden-Württemberg in den Deutschen Ländermeisterschaften – zumindest bis ich zurücktreten musste wegen Problemen mit meiner Hardware.
Irgendwann war es jedoch vorbei mit Battlefield 2 in der ESL und ich versuchte es in “Counter-Strike: Source“. Auch hier konnte ich insgesamt eine gute Leistung erbringen und es reichte für den oberen Plätze innerhalb der ESL Amateur Series, jedoch habe ich das Team verlassen. Wieso? Wegen internen Streitigkeiten, welche meine Lust dauerhaft schmälerten zum Training zu erscheinen und weiter für dieses Team zu spielen. Allerdings blieb ich dem dazugehörenden Verein, “UNIKAT GAMING“, als Manager für Marketing treu und half ihnen ihr Äußeres besser zu vermarkten. Letztendlich wurde es ein Verein mit dem Namen “UNIKAT GAMING e.V.“, welche eine der sieben Unterschriften mir zu verdanken hat. In all den Jahren konnte ich auch eine kleine Karriere als Redakteur starten. Redaktionell war ich in Vereinen wie z.B. “Team64.AMD“, “MTW” und “Team SPEED-LINK” anzutreffen. Doch irgendwann wurde mir alles zuviel. Spielen, schreiben und managen ist keine einfache Sache und ähnelte einem Vollzeitjob nach der Schule. Ich beschloss inaktiv zu gehen.
Viele Monate bin ich komplett von der Bildfläche verschwunden, bis “Battlefield: Bad Company 2” herauskam. Ich startete direkt durch in “n!faculty e.V.” als erfahrener Battlefield-Spieler und unterschrieb einen Spielervertrag. Der Verein ist (Stand: 2010) der größte in Deutschland und besitzt ein eigenes Vereinsheim in Köln. Gleichzeitig trat ich dem Spielerrat bei um das Spiel innerhalb der ESL voranzutreiben. Leider mangelte es dem Spiel in jeglicher Hinsicht an Support durch EA. Auch das Spiel selbst war definitiv nicht als Vollversion auf den Markt geschmissen worden, da es eher einer schlechten Beta-Version gleichte. Es gab kaum Tuniere, trotzdem konnten wir uns direkt innerhalb der Beta-Phase in die Top 16 in Europa platzieren. Als mein Spielervertrag kurz vor der Verlängerung stand habe ich gekündigt, da das Spiel mich in keiner Weise mehr voranbringen konnte. Anschließend ging ich wieder inaktiv.









